Dürnkrut

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Bahnhof

Adresse: 2263 Dürnkrut, Bahnstraße 30, NÖ

Der Bahnhof Dürnkrut liegt an der Nordbahn von Wien nach Břeclav, bei Streckenkilometer 50 am Ostrand des Weinviertels. Die March und damit die Grenze zur Slowakei sind nur wenige hundert Meter entfernt. Dürnkrut ist mit rund 2.200 Einwohnern eine Marktgemeinde im Bezirk Gänserndorf und vor allem durch die Schlacht von 1278 bekannt, in der Rudolf von Habsburg den Böhmenkönig Ottokar besiegte. Am Bahnhof hält stündlich in jede Richtung der Regionalexpress REX 1, in der Hauptverkehrszeit alle 30 Minuten Richtung Wien. Ein Aufnahmegebäude gibt es seit 2019 nicht mehr, dafür eine große Park-and-Ride-Anlage mit 219 Pkw-Stellplätzen. Am Bahnhofsplatz halten die Regionalbusse nach Mistelbach, Zistersdorf und Matzen.

Lageplan des Bahnhofs Dürnkrut, Norden oben: der Inselbahnsteig mit Bahnsteig 2 und 3 und östlich davon der Hausbahnsteig 1, verbunden durch eine Unterführung. Östlich der Gleise liegen Bahnhofsplatz mit Bushaltestelle, Bike & Ride und Park & Ride, südlich ein zweiter Park-&-Ride-Platz an der Bahnstraße und die Eisenbahnkreuzung der Hauptstraße. Hinweise zeigen zu Schloss und Ortszentrum (0,9 km westlich) und zur March (0,6 km südöstlich).
Lageplan nach OpenStreetMap: Inselbahnsteig 2/3 und Hausbahnsteig 1 mit Unterführung, Bahnhofsplatz mit Bus, Bike & Ride und zwei Park-&-Ride-Plätzen, Eisenbahnkreuzung an der Hauptstraße. Zum Vergrößern anklicken.
Bahnhof Dürnkrut als Bleistiftzeichnung: Bahnsteigdach, Oberleitung, Parkplatz und Silo im Hintergrund

Aktuell

Stammstreckensperre in Wien (September 2026 bis Oktober 2027): Die Wiener S-Bahn-Stammstrecke zwischen Wien Hauptbahnhof und Wien Praterstern ist gesperrt. Der REX 1 fährt in dieser Zeit ab Deutsch-Wagram über Wien Stadlau und Wien Simmering zum Hauptbahnhof und hält nicht in Wien Floridsdorf und Wien Praterstern. Wer dorthin möchte, steigt in Gänserndorf in die S 1 um oder in Wien Stadlau in die U2. Die Fahrzeit zum Hauptbahnhof bleibt bei rund einer Stunde. Details: ÖBB-Baustelleninformation Stammstrecke.

Nordbahn-Ausbau (bis 2030): Zwischen Gänserndorf und der Staatsgrenze bei Bernhardsthal bauen die ÖBB die Strecke für bis zu 200 km/h aus. Alle 18 Eisenbahnkreuzungen im Nordabschnitt verschwinden, elf werden durch Brücken oder Unterführungen ersetzt. Auch die Kreuzung in Dürnkrut wird aufgelassen und durch eine neue Brücke südlich davon ersetzt, die Zufahrt zum Bahnhof soll dann von der B 49 über eine Abbiegespur erfolgen. Die Stationen werden barrierefrei umgebaut und bekommen ein Leitsystem und neue Fahrgastinformation. Während der Bauzeit ist mit kurzfristigen Fahrplanänderungen und einzelnen Schienenersatzbussen zu rechnen, der Monitor oben zeigt die aktuelle Lage. Details: ÖBB-Infrastruktur, Ausbau Nordbahn.


Linien und Verbindungen

Dürnkrut wird von einer einzigen Zuglinie bedient, dem REX 1. Die S 1 endet in Gänserndorf, der Schnellverkehr zwischen Wien und Brünn fährt ohne Halt durch. Dafür ist der REX 1 ein echter Taktzug: tagsüber stündlich in beide Richtungen, zu den Pendlerzeiten halbstündlich nach Wien.

  • REX 1 Richtung Wien und Wiener Neustadt: Abfahrt zur Minute 57, in der Früh und am Nachmittag zusätzlich zur Minute 27 beziehungsweise 28. Der Zug hält in Angern (8 Minuten), Gänserndorf (17 Minuten) und Deutsch-Wagram und erreicht Wien Hauptbahnhof nach 57 bis 59 Minuten, Wien Meidling nach rund 67 Minuten. Weiter geht es über Mödling und Baden nach Wiener Neustadt, Fahrzeit rund 1 Stunde 50 Minuten. Erster Zug um 4:57 Uhr, letzter um 22:57 Uhr.
  • REX 1 Richtung Břeclav: Abfahrt zur Minute 00 oder 03, mit Halt in Jedenspeigen, Sierndorf an der March, Drösing, Hohenau (13 Minuten) und Bernhardsthal (22 Minuten). Nach Břeclav sind es 29 Minuten, dort besteht Anschluss an die Schnellzüge nach Brünn und Prag. Die Spätzüge um 22 und 0 Uhr enden in Bernhardsthal.
  • Regionalbusse: Am Bahnhofsplatz halten die VOR-Linien 536 nach Spannberg, Matzen und Gänserndorf, 564 von Drösing über Dürnkrut nach Zistersdorf und Mistelbach sowie 565 über Niedersulz nach Mistelbach. Die Busse fahren nur wenige Male am Tag und sind auf Schul- und Pendlerzeiten ausgerichtet, die Linie 565 etwa alle zwei Stunden.

Die genauen Abfahrten mit Verspätungen und Bahnsteigen zeigt der Monitor oben auf dieser Seite. Wer die Busse sehen möchte, lässt den Filter „Bus“ aktiviert.

Liniengrafik: REX 1 ab Dürnkrut nach Břeclav (29 Minuten) und nach Wien Hauptbahnhof (59 Minuten), Umleitung über Stadlau während der Stammstreckensperre, Busse 536, 564 und 565
Verbindungen ab Dürnkrut: der REX 1 nach Břeclav und Wien mit Fahrzeiten und Abfahrtsminuten, dazu die drei Buslinien. Zum Vergrößern anklicken.

Umsteigen und Anschlüsse

  • Bahnsteige: Der REX 1 Richtung Břeclav fährt planmäßig von Bahnsteig 2, Richtung Wien von Bahnsteig 3. Beide liegen am Inselbahnsteig, der über die Personenunterführung erreichbar ist. Der Hausbahnsteig 1 wird nur bei Abweichungen genutzt. Die Spalte „Steig“ im Monitor zeigt den tatsächlichen Bahnsteig.
  • Richtung Floridsdorf und Praterstern: Während der Stammstreckensperre in Gänserndorf in die S 1 umsteigen (Gesamtfahrzeit rund eine Stunde) oder in Wien Stadlau in die U2. Sonst hält der REX 1 direkt in Wien Floridsdorf.
  • Richtung Marchegg und Bratislava: In Gänserndorf in die S 1 nach Marchegg, dort in den REX 8. Nach Bratislava rund 1 Stunde 15 Minuten.
  • Richtung Mistelbach: Direkt mit dem Bus 565 über Niedersulz (rund 45 Minuten) oder mit dem Bus 564 über Zistersdorf. Mit der Bahn über Gänserndorf und Bus 535 dauert es rund 1 Stunde 30 Minuten.
  • Richtung Zistersdorf: Bus 564 in rund 15 Minuten, vor allem morgens und zu Schulschluss.
  • Richtung Brünn und Prag: In Břeclav umsteigen. Mit dem REX 1 um 0 oder 3 nach der vollen Stunde und Anschluss an Railjet oder Eurocity ist Brünn in rund eineinviertel Stunden erreichbar.
  • Richtung Flughafen Wien: Mit dem REX 1 bis Wien Hauptbahnhof, dort auf den Railjet oder den Regionalexpress zum Flughafen umsteigen.
  • Fahrradmitnahme: Im REX 1 möglich, ein Fahrradticket ist erforderlich. Bei Ausflügen auf der Kamp-Thaya-March-Radroute ist Dürnkrut ein beliebter Einstieg.
Balkendiagramm der Fahrzeiten ab Dürnkrut: Jedenspeigen 3, Angern 8, Hohenau 13, Gänserndorf 17, Bernhardsthal 22, Břeclav 29, Mistelbach 45 (Bus), Wien Hauptbahnhof 59, Wien Meidling 67, Bratislava 73, Wiener Neustadt 111 Minuten
Fahrzeiten ab Dürnkrut im Vergleich. Zum Vergrößern anklicken.

Orientierung am Bahnhof

Der Bahnhof liegt am östlichen Ortsrand zwischen dem Ortskern und der March. Die Bahnstraße führt von der Hauptstraße (B 49) zum Bahnhofsplatz, wo die Busse halten. Dort, wo bis 2019 das Aufnahmegebäude von 1872 stand, befindet sich heute die erweiterte Park-and-Ride-Anlage. Vom Bahnhofsplatz führt die Personenunterführung zum Inselbahnsteig mit den Gleisen 2 und 3; der Fahrkartenautomat steht beim Abgang zur Unterführung. Auf den Bahnsteigen gibt es überdachte Wartebereiche mit Sitzbänken, digitale Anzeigen und Lautsprecherdurchsagen. Direkt neben dem Bahnhof liegt das Werk des Lebensmittelherstellers Instantina, der Nachfolger der Zuckerfabrik. Zum Schloss und zum Gemeindeamt sind es etwa 15 Gehminuten Richtung Westen.


Services

  • Fahrkartenautomat: beim Zugang zur Unterführung; Tickets auch über die ÖBB-App oder die VOR-App
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Zug (ÖBB: REX 1), VOR-Regionalbusse 536, 564 und 565
  • Wartebereiche: überdachte Wartebereiche mit Sitzgelegenheiten auf den Bahnsteigen, kein Warteraum und kein WC
  • Barrierefreiheit: Die ÖBB stufen den Bahnhof als nur teilweise barrierefrei ein, Hilfestellung wird in Teilbereichen empfohlen. Das ÖBB-Mobilitätsservice ist mindestens zwölf Stunden vor der Fahrt zu verständigen. Mit dem Nordbahn-Ausbau soll die Station vollständig barrierefrei werden.
  • Fahrgastinformation: digitale Anzeigetafeln, Lautsprecherdurchsagen, Fahrplanaushänge
  • Rauchfrei: Der gesamte Bahnhof ist rauchfrei
  • WLAN: kostenfrei („OEBB-station“)

Individualverkehr

  • Park & Ride: 219 kostenlose Pkw-Stellplätze an der Bahnstraße und auf dem Gelände des ehemaligen Aufnahmegebäudes
  • Bike & Ride: 157 Abstellplätze für Zweiräder sowie eine abschließbare Fahrradgarage
  • Anreise mit dem Auto: Dürnkrut liegt an der B 49 (Bernsteinstraße) zwischen Angern und Hohenau. Von Wien über die B 8 bis Gänserndorf und weiter über die B 49, Fahrzeit rund eine Stunde. Von der A5 über Mistelbach und Zistersdorf auf der B 40.
  • Taxi: das Anrufsammeltaxi „Marchfeld mobil“ wurde im März 2024 eingestellt, Taxis sind telefonisch bei den Unternehmen der Region zu bestellen
  • Radfahren: Die Kamp-Thaya-March-Radroute und die March-Panorama-Radroute führen durch Dürnkrut, Richtung Süden geht es durch die March-Auen nach Marchegg, Richtung Norden über das Schlachtfeld nach Jedenspeigen und Hohenau

Einkaufsmöglichkeiten

  • Am Bahnhof: keine Geschäfte, nur Getränke- und Snackautomaten
  • Billa: Hauptstraße 18 im Ortszentrum
  • Lagerhaus: Haus- und Gartenmarkt in der Lagerhausstraße 107 (Standortinfo)
  • Im Ortszentrum: außerdem eine Bäckerei und einige kleinere Geschäfte
  • Größeres Angebot: in Gänserndorf (17 Minuten mit dem REX 1) mit Fachmarktzentren und Innenstadt, oder in Zistersdorf

Rund um den Bahnhof

Dürnkrut ist eine Marktgemeinde mit rund 2.200 Einwohnern in den beiden Katastralgemeinden Dürnkrut und Waidendorf. Der Ort liegt am Westufer der March, gegenüber beginnt die Slowakei. Vom Bahnhof ist das Ortszentrum mit Schloss, Kirche und Hauptstraße in einer Viertelstunde zu Fuß erreichbar.

  • Schloss Dürnkrut: Die vierflügelige Renaissanceanlage mit dem markanten Torturm steht auf einer Anhöhe im Ortszentrum. Nach der Zerstörung der mittelalterlichen Burg 1529 Ende des 16. Jahrhunderts neu errichtet, unter den Hamiltons und den Koháry barock und historistisch verändert. Seit 1985 gehört das Schloss der Gemeinde und beherbergt das Gemeindeamt. Schloss- und Museumsführungen gibt es nach Voranmeldung.
  • Pfarrkirche hl. Jakobus der Ältere: Barockbau von 1698, gestiftet von der schottischstämmigen Familie Hamilton, die damals Schlossherren waren.
  • Schlachtfeld-Denkmal: An der B 49 zwischen Dürnkrut und Jedenspeigen erinnert ein sechs Meter hoher Granitstein von 1978 an die Schlacht von 1278. Vom Bahnhof etwa drei Kilometer nach Norden, gut mit dem Rad erreichbar.
  • Schloss Jedenspeigen: Eine Station weiter nördlich zeigt das Renaissanceschloss eine Ausstellung zur Schlacht auf dem Marchfeld. Mit dem REX 1 drei Minuten, mit dem Rad über das Schlachtfeld.
  • Museum Stillfried, Zentrum der Urzeit: Eine Station südlich, in Stillfried, zeigt das Museum Funde vom Kirchberg, einer bedeutenden urgeschichtlichen Siedlung. Geöffnet von Anfang April bis Mitte November an Mittwochen, Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 13:30 bis 17:30 Uhr.
  • March-Auen: Östlich des Bahnhofs beginnen die March-Thaya-Auen, eine ausgedehnte Aulandschaft mit Störchen, Bibern und Überschwemmungswiesen. Dammwege führen am Fluss entlang.
  • Kellergasse Waidendorf: Im Ortsteil Waidendorf, rund drei Kilometer nordwestlich, liegt eine typische Weinviertler Kellergasse.
  • Ausflüge mit der Bahn: In 29 Minuten nach Břeclav und weiter ins Lednice-Valtice-Areal (UNESCO-Welterbe), in 17 Minuten nach Gänserndorf oder in rund einer Stunde ins Zentrum von Wien.
Schematische Lageskizze von Dürnkrut mit Nordbahn, Bahnhof, Park-and-Ride, Instantina-Werk, Ortskern mit Schloss und Pfarrkirche, Bahnstraße, B 49, Schlachtfeld-Denkmal von 1278 im Norden und der March mit den Auen im Osten
Lageskizze: Bahnhof, Ortskern, Schlachtfeld-Denkmal und March. Zum Vergrößern anklicken.

Die Schlacht von 1278

Am 26. August 1278 standen sich auf den Feldern zwischen Dürnkrut und Jedenspeigen zwei Könige gegenüber: Rudolf I. von Habsburg, seit 1273 römisch-deutscher König, und Ottokar II. Přemysl, König von Böhmen, der seit 1251 auch Österreich und die Steiermark beherrschte. Rudolf hatte Ottokar 1276 zum Verzicht auf diese Länder gezwungen, 1278 zog der Böhmenkönig mit einem Heer nach Süden, um sie zurückzuerobern. Rudolf wurde vom ungarischen König Ladislaus IV. unterstützt, dessen kumanische Bogenschützen eine wichtige Rolle spielten.

Die Schlacht gilt als eine der größten Ritterschlachten des Mittelalters, auf beiden Seiten kämpften Heere von vermutlich mehreren zehntausend Mann. Den Ausschlag gab eine versteckte Reserve von Reitern, die Rudolf gegen den Rat seiner Ritter in die Flanke des böhmischen Heeres führen ließ. Ottokar fiel auf der Flucht, sein Heer erlitt schwere Verluste. Mit dem Sieg sicherte Rudolf seiner Familie die Herzogtümer Österreich, Steiermark und Kärnten. Die Habsburger herrschten danach bis 1918 über Österreich.

Zum 700-Jahr-Jubiläum 1978 wurde das Schlachtfeld-Denkmal des Bildhauers Carl Hermann an der Gemeindegrenze zu Jedenspeigen errichtet. Im Schloss Jedenspeigen erzählt eine Ausstellung den Verlauf der Schlacht, und Gedenkkreuze in der Umgebung markieren Orte des Geschehens.

Ausführlich erzählt die Geschichte der Schlacht der Beitrag Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen 1278 auf geschichtenderwelt.eu.


Historisches

Dürnkrut wird 1160 als „Durrencrute“ erstmals urkundlich genannt, eine Burg zur Sicherung der Grenze an der March bestand vermutlich schon um 1045. Im 14. Jahrhundert gehörte der Ort zur landesfürstlichen Herrschaft Orth, 1464 erhielt er das Marktrecht. Im Türkenjahr 1529 wurde die Burg zerstört und Ende des 16. Jahrhunderts als Renaissanceschloss neu aufgebaut. 1622 kaufte Rudolf von Teuffenbach die Herrschaft, Ende des 17. Jahrhunderts folgte die aus Schottland stammende Familie Hamilton, die das Schloss barockisierte und 1698 die Pfarrkirche stiftete. 1778 kam der Besitz an die Grafen Koháry und durch Heirat an das Haus Sachsen-Coburg-Koháry, dem er bis ins 20. Jahrhundert gehörte.

Die Eisenbahn kam früh: Die Kaiser Ferdinands-Nordbahn, finanziert vom Bankhaus Rothschild, erreichte nach Floridsdorf (Jänner 1838) und Gänserndorf (16. April 1838) am 9. Mai 1838 Dürnkrut. Gut ein Jahr lang war der Ort Endstation der ersten Dampfeisenbahn Österreichs, bis am 6. Juni 1839 das 33 Kilometer lange Teilstück bis Lundenburg (Břeclav) eröffnet wurde und am 7. Juli 1839 der Anschluss nach Brünn folgte. Die Bahn brachte Industrie: 1844 gründeten Ferdinand Dolainski und Johann Baptist Ghirardello in Dürnkrut die älteste Zuckerfabrik der österreichischen Stammlande. 1872 errichtete die Nordbahn um 80.000 Gulden ein stattliches Aufnahmegebäude, in dem auch mehrere Eisenbahnerfamilien wohnten. 1906 wurde die Nordbahn verstaatlicht.

Nach 1918 lag Dürnkrut an der neuen Grenze zur Tschechoslowakei, ab 1945 am Eisernen Vorhang. Die Zuckerfabrik ging 1926 an die Leipnik-Lundenburger Zuckerfabriken, wurde 1976 Teil der Sugana und 1978 stillgelegt. 1986 entstand auf dem Industriegelände neben dem Bahnhof das Instantina-Werk, ein Gemeinschaftsunternehmen von Agrana und Krüger, das Instantgetränke, Backzutaten und Süßstoffe erzeugt. Mit dem Schengen-Beitritt Tschechiens und der Slowakei 2007 endeten die Grenzkontrollen in den Zügen.

Am 3. April 2006 brach nach tagelangem Hochwasser der Marchdamm bei Jedenspeigen. Innerhalb von Minuten standen rund 300 Häuser in Dürnkrut unter Wasser, 350 Häuser wurden evakuiert, der Schaden lag bei über 72 Millionen Euro. Auch das Bahnhofsgebäude wurde schwer beschädigt und blieb danach ungenutzt. 2017 erging der Abbruchbescheid, am 4. Juni 2019 begann der Abbruch, der wegen nistender Mehlschwalben unterbrochen werden musste und im November 2019 abgeschlossen war. An seiner Stelle wurde die Park-and-Ride-Anlage erweitert. Seit 2025 wird der Nordabschnitt der Nordbahn ausgebaut, bis 2030 soll Dürnkrut eine barrierefreie Station ohne Bahnübergang sein.

(Quellen: Dürnkrut, Schlacht auf dem Marchfeld, Schloss Dürnkrut, Zuckerfabrik Dürnkrut, Kaiser Ferdinands-Nordbahn, Bahnhof Bernhardsthal und Jedenspeigen auf de.wikipedia.org, Gedächtnis des Landes, bahnhof.oebb.at, ÖBB-Infrastruktur, NÖN, meinbezirk.at, weinviertel.at, Museum Stillfried, Instantina, VOR, Park-and-Ride-Liste des Landes Niederösterreich)

Zeitleiste Dürnkrut: 1160 erste Nennung, 1278 Schlacht, 1464 Marktrecht, 1529 Burg zerstört, 1698 Pfarrkirche, 1838 Nordbahn erreicht Dürnkrut, 1839 Weiterbau nach Lundenburg, 1844 Zuckerfabrik, 1872 Aufnahmegebäude, 1906 Verstaatlichung, 1978 Zuckerfabrik stillgelegt, 2006 Dammbruch, 2019 Abbruch des Bahnhofsgebäudes, 2025 bis 2030 Nordbahn-Ausbau
Zeitleiste von der ersten Nennung 1160 bis zum Nordbahn-Ausbau. Zum Vergrößern anklicken.

Häufige Fragen zum Bahnhof Dürnkrut

Wie lange dauert die Fahrt von Dürnkrut nach Wien?

Mit dem REX 1 rund eine Stunde bis Wien Hauptbahnhof, ohne Umsteigen. Der Zug fährt tagsüber stündlich zur Minute 57, in der Früh und am Nachmittag zusätzlich zur Minute 27 oder 28.

Hält der REX 1 derzeit in Wien Floridsdorf?

Nein. Während der Stammstreckensperre von September 2026 bis Oktober 2027 fährt der REX 1 ab Deutsch-Wagram über Wien Stadlau und Wien Simmering zum Hauptbahnhof. Nach Floridsdorf und Praterstern kommt man mit Umstieg in Gänserndorf auf die S 1 oder in Stadlau auf die U2.

Gibt es Parkplätze am Bahnhof Dürnkrut?

Ja, 219 kostenlose Pkw-Stellplätze auf der Park-and-Ride-Anlage an der Bahnstraße, dazu 157 Abstellplätze für Zweiräder und eine abschließbare Fahrradgarage.

Wie komme ich von Dürnkrut nach Mistelbach oder Zistersdorf?

Mit dem Bus. Die Linie 565 fährt über Niedersulz nach Mistelbach (rund 45 Minuten), die Linie 564 über Zistersdorf (rund 15 Minuten) nach Mistelbach. Beide fahren vom Bahnhofsplatz, aber nur wenige Male am Tag. Die Abfahrten zeigt der Monitor oben mit aktiviertem Filter „Bus“.

Wo ist das Schlachtfeld von 1278 und wie komme ich hin?

Das Denkmal steht an der B 49 an der Gemeindegrenze zwischen Dürnkrut und Jedenspeigen, rund drei Kilometer nördlich des Bahnhofs. Zu Fuß etwa 40 Minuten, mit dem Rad 10 Minuten. Die Ausstellung zur Schlacht befindet sich im Schloss Jedenspeigen, eine Zugstation weiter.

Gibt es am Bahnhof Dürnkrut ein Gebäude mit Warteraum oder WC?

Nein. Das Aufnahmegebäude von 1872 wurde nach den Schäden des Hochwassers 2006 im Jahr 2019 abgerissen. Es gibt überdachte Wartebereiche auf den Bahnsteigen, einen Fahrkartenautomaten und Automaten für Getränke und Snacks, aber keinen Warteraum und kein WC.


Datum letzte Änderung: 06.10.2026, Fehler entdeckt? Sag Bescheid!



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